Tanzendes Deutsche Eck

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KOBLENZ. Alles im Griff haben die drei verantwortlichen Damen beim 24. Tanzturnier „Rund ums Deutsche Eck“ der Funken Rot-Weiß-Gold Koblenz-Metternich: die beiden Turnierleiterinnen Kim Oelig (rechts) und Janina Hillen (Bildmitte) und RKK-Turnier-Obfrau Karin Becker-Schmitt (Mendig). Vor Beginn des Turniers werden die zwar rechtzeitig angemeldeten, bei der Auslosung aber irgendwie nicht präsenten Starter den einzelnen Disziplinen zugelost. Sie starten dann mit einer "A„-Nummer nach der jeweiligen Startnummer.

Trotz des frühen Turnierbeginns um 9 Uhr, ist die Halle schon gut gefüllt und die erste Kindergarde, die Husaren Schwarz-Weiß Siegburg, wird schon kräftig angefeuert. Bei den Kinder-Tanzmariechen ist Shirley Hilt vom KV Rot-Weiß Reisbach schon früh am Morgen aufgestanden, ist doch der Weg aus dem Saarland nach Koblenz nicht gerade mal um die Ecke. Müdigkeit oder gar Nervosität sind ihr nicht anzumerken. Scheinbar entspannt sitzt sie bei der Passkontrolle und kann eine Stunde später nach einer äußerst ansprechenden Tanzleistung bei der Siegerehrung ihren Siegerpokal in Empfang nehmen. Überhaupt macht es großen Spaß, bei der Siegerehrung in die Augen der jüngsten Tanzaktiven zu blicken, wenn sie ihre Urkunden oder gar ihre Pokale in Empfang nehmen können.

Eine absolute Augenweide sind die Schautänze der Wissner KG von 1956 und des TV 08 Dienheim. Die Kinder aus Wissen, alle samt als

Rund ums Deutsche Eck 2017 - Fotograf: Helmut Hohl)

„Eiskönignnen“ kostümiert, verkörpern ihren Tanz so eindrucksvoll, dass jeder im Saal merkt, dass jede einzlene Tänzerin mindestens eine Prinzessin ist! Die Dienheimer haben ihrer Kindergruppe den Namen „Sweet Sugars“ gegeben. Süße verrückte bunte Vogelkostüme und Musik vom Carneval in Rio lassen die Darbietung für das Publikum zu einem besonderen Genuss werden.

Nach der kurzen Pause wird das Turnier mit den Junioren-Disziplinen fortgesetzt. Hier erwartet man gerade bei den Tanzmariechen wieder einen spannenden Wettstreit um die Pokalplätze. Adina Leinen vom TSC Gisingen-Brotdorf legt gleich zu Beginn mit der Start-Nr. 1a die Messlatte und der ertanzten Gesamtpunktzahl von 46,3 Punkten sehr hoch. Kelly Carey (CCO Lahnstein) schafft es, noch drei Zehntel-Punkte besser zu sein. Platz drei geht an Hannah Briesch von den Burgnarren Trier-Irsch.

In farbenprächtigen Kostümen präsentieren die Junioren des TSC Nentershausen einen Eindruck von spanischen Rhythmen und die „Sweet Honeys“ des TV 08 Dienheim kämpfen um Rom. Wieder einmal zeigen die Schautänze die ganze Vielfalt der choreographischen Ideen der Trainer. Auch RKK-Präsident Hand Mayer und RKK-Geschäftsführer Gerd-Walter Adler sind von den Leistungen der Jugendlichen begeistert und äußern dies auch bei der Siegerehrung. Unterstützt werden sie dabei von den RKK-Funkenmariechen Anna-Maria Weiler (Niederzissen) und Jasmin Leinen (Gisingen-Brotdorf).

Zwar ist während des Turniers immer wieder ein heftiger Regen auf dem Dach der Halle zu hören, in den Pausen aber hält der Himmel seine Schleusen geschlossen, so dass man zwischendurch auch einmal Luft schnappen kann. Und diese benötigen die Aktiven der Seniorenklasse natürlich! Schon die Gardegruppen überzeugen mir kreativen Formationen und abwechslungsreicher Musik. Die Tanzpaare zollen der schwül-warmen Luft in der Halle Tribut und leisten sich kleinere Fehler. Bei den Tanzmariechen hat Michelle Rodenkirchen (KC Rot-Blau Niederbreitbach) großes Pech: Sie verletzt sich beim Tanz und kann diesen nicht bis zum Ende durchtanzen. Jennifer Jager (TSC Gisingen-Brotdorf) ist eine tänzerische Ausnahmeerscheinung. Als wäre die Bühne ihr persönliches Zuhause, tanzt sie leichtfüßig, zeigt sie Höchstschwierigkeiten ohne erkennbare Anstrengungen und das immer mit einem Lächeln im Gesicht, das spüren lässt, dass das Tanzen für sie das „schönste Hobby“ der Welt ist. Die Tageshöchstwertung von 47,6 Punkten ist ihr sicher! Dies bedeutet für Jennifer natürlich den Sieg!

In grünen Kostümen und mit grün geschminkten Gesichtern präsentieren die Tänzer und Tänzerinnen des SV Welschneudorf „ihre“ Welt der Dinosaurier und haben Pech: eine gefallen Kopfbedeckung bedeutet einen Punktabzug von 0,5 Punkten von der Gesamtwertung. Die sympathische Gruppe lässt sich davon aber nicht unterkriegen: beim nächsten Mal wird darauf besser geachtet!

Rund ums Deutsche Eck 2017 - Fotograf: Helmut Hohl)

Die Feuervögel des LCV Langendernbach tauchen die Bühne in ein rot-schwarz flammendes Meer und überzeugen das Publikum mit ihrer phantasievollen Tanzperformance. Ganz anders – so ist nun einmal die Vielfalt des Tanzsports – kommen die Damen der KG Rot-Weiß Westum daher: in kessem amerikanischen Outfit reisen sie quer durch Amerika.

Rund ums Deutsche Eck 2017 - Fotograf: Helmut Hohl)

Schaudarbietungen wirken in ihrer Gesamtheit von Kulissen, Kostümen, tänzerischer Höhepunkte und überraschender Effekte. Auf den Eisschollen steppt der Bär bei der Polarparty des VfB Kölbingen-Möllingen, der KKC Kamp-Bornhofen lädt ins „Highway Drive In“ und ganz französisch kommen die Aktiven des TV Thalexweiler daher: „Cést la vie Paris“.

Mit dem Ende der letzten Schaudarbietung haben die Zuschauer auch die ersten Prognosen der NRW-Wahl auf ihren Handy’s. Dann folgt der Aufruf zu großen Siegerehrung.

Kim Oellig ist erleichtert: „Wir hatten so viele Meldungen wie nie, ich habe schon befürchtet, dass es viel später werden wird“. Nun ist auch ein zufriedenes Lächeln bei Ihr und Janian Hillen auszumachen. Schließlich muss nach der Siegerehrung die gesamte Halle und ausgeräumt werden, damit es am Montagmorgen beim Schulsport so aussieht, als wäre nach Ende des Sports am Freitag keine Menschenseele mehr in der Halle gewesen. Doch die Beiden haben viele Helfer, die mit anpacken! In 2018 gibt es dann das Jubiläums-Turnier, das 25!

Rund ums Deutsche Eck 2017 - Fotograf: Helmut Hohl)